articles masthead backgorund image
blog-post-masthead image

Fitness und Sport

Die Bedeutung von körperlicher Aktivität und Bewegung

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, trotz der Herausforderungen, die das Leben mit einer Rückenmarksverletzung mit sich bringt, aktiv und fit zu bleiben.

von:KMT April, 2021 4 Lesezeit

Körperliche Aktivität und Bewegung sind das A und O für Menschen mit einer Rückenmarksverletzung. Erfahren Sie, wie Bewegung Ihren allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und das Risiko von Nebenerkrankungen reduzieren kann. Ihr Navigator unterstützt Sie dabei.

Geschichte

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass körperlich aktive Menschen seltener unter Angstgefühlen, Einsamkeit und Depressionen leiden. Wer nach einer Rückenmarksverletzung auf Bewegung verzichtet, steigert das Risiko von chronischen Gesundheitsproblemen wie Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes und sogar Krebs. Auch Nebenerkrankungen wie Harnwegsinfektionen, Druckgeschwüre und Atemwegserkrankungen können bei Bewegungsmangel verstärkt auftreten.

Für einen guten allgemeinen Gesundheitszustand nach einer Rückenmarksverletzung empfehlen Experten, auf folgende Aspekte zu achten:

 

Gewicht

Sie werden nun wahrscheinlich weniger Energie verbrauchen als bisher. Vielleicht ändern sich auch Ihre Ernährungsgewohnheiten. Da Sie einige große Muskelgruppen nicht mehr bewegen können, wird es auch schwieriger, Fett durch Aktivität abzubauen. Diese Umstände führen dazu, dass Menschen mit einer Rückenmarksverletzung häufiger von Übergewicht bis hin zur Fettleibigkeit betroffen sind. Deshalb ist es besonders wichtig, auf Ihr Gewicht zu achten.

Das ist aber kein Problem: Es gibt viele effektive Möglichkeiten, Ihr Gewicht auf einem gesunden Niveau zu halten. Am einfachsten gelingt dies in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten, der einen individuellen Bewegungsplan erstellt, natürlich nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. So ein Plan umfasst meist eine Reihe von Übungen, elektrisch stimuliertes Krafttraining, Ernährungspläne und Tipps zur Anpassung der täglichen Gewohnheiten an Ihre neue Situation.

Ihr Navigator unterstützt Sie bei der Suche nach gut erreichbaren Physiopraxen und Reha-Einrichtungen.

 

Muskelkraft/Ausdauer

Regelmäßiges Krafttraining verbessert die Muskelkraft. Die meisten Menschen mit einer Rückenmarksverletzung benötigen im Alltag nicht nur für die Fortbewegung in besonderem Maße ihre Schulter- und Armmuskeln. Auch wenn Krafttraining alle Muskelgruppen ansprechen sollte, liegt deshalb der Schwerpunkt auf einem gezielten Schultertraining.

 

Beweglichkeit und Bewegungsradius

Eine hohe Beweglichkeit und ein guter Bewegungsradius verringern das  Verletzungsrisiko. Das Augenmerk liegt auf der Mobilisation, Kräftigung und Dehnung der Brust, Schulter und Oberarme, da diese Muskeln für die Fortbewegung besonders wichtig sind, nach einer Rückenmarksverletzung aber oft überbelastet werden.

Regelmäßig sollten auch die Muskeln in den untern Gliedmaßen gedehnt werden: Wegen des beeinträchtigten Empfindungsvermögens kann es leicht zu Überdehnungen kommen, was zu einer übermäßigen Belastung der Gelenkstrukturen führen kann. Welche konkreten Muskeln zu dehnen sind, ermittelt ein geschulter Therapeut auf Grundlage Ihrer individuellen Bedürfnisse.

 

Cardio-Fitness

Beim Sport werden nicht nur Muskeln, sondern auch das Herzkreislaufsystem beansprucht. In Ihrer besonderen Situation sollten Sie dieses ärztlich untersuchen lassen, bevor Sie mit Ihrem Fitnessprogramm beginnen. Die Ergebnisse dieses speziellen Belastungstests fließen dann in Ihr individuelles Programm ein. Zu den dann empfohlenen Aktivitäten können Rollstuhlfahren, Rollstuhlbasketball, Handbiken, Schwimmen oder Kraftzirkeltraining gehören.

Bei Menschen mit einer vollständigen Lähmung kann die funktionelle Elektrostimulation (FES) wirkungsvoll sein. Dabei werden über Elektroden elektrische Impulse an die Muskeln gesendet, die Bewegungsmuster in den Armen, Beinen und im Rumpf hervorrufen. Auf diese Weise bleiben die Muskeln auch trotz Schwäche oder Lähmung aktiv.

 

HINWEIS: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen nur der allgemeinen Information und sind nicht als medizinischer Rat gedacht. Fragen Sie Ihren Arzt nach weiteren Informationen.

Verweise: 

  • Sisto SA, Evans N. Activity and fitness in spinal cord injury: review and update. Curr Phys Med Rehabil Rep. 2014;2(3):147-157. doi:10.1007/s40141-014-0057-y
  • Evans N, Wingo B, Sasso E, Hicks A, Gorgey AS, Harness E; ACRM SCI-ISIG Fitness and Wellness Task Force. Exercise recommendations and considerations for persons with spinal cord injury. Arch Phys Med Rehabil. 2015;96:1749-1750. Zugriff am 12. Oktober 2020. https://www.archives-pmr.org/article/S0003-9993(15)00118-5/pdf

Neueste Artikel

KATEGORIEN

Vorheriger Artikel

Wie Muskeln, Bänder, Bandscheiben die Funktion der Wirbelsäule beeinflussen

Nächster Artikel

Arbeiten nach einer Rückenmarksverletzung

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, sprechen Sie mit Ihrem Navigator! Jetzt kostenlos anmelden!

Neu beim Navigator? Werde jetzt Mitglied.

Noch kein Navigator Mitglied? Melde Dich jetzt an, um mit Conny zu chatten

Oh nein! Etwas ist schief gelaufen